
Entstehung und Schutz
Das Cabildo, die Inselregierung, beschreibt diesen Ort als einziges Dünenfeld Europas in aridem Klima mit feuchten Senken zwischen den Dünen und die Charca als das wichtigste Feuchtgebiet der Insel. Unter Schutz gestellt wurde das Gebiet in Etappen: 1987 als Naturgebiet von nationalem Interesse, mit dem kanarischen Naturraumgesetz von 1994 als Besonderes Naturreservat und schließlich als Besonderes Schutzgebiet im Netz Natura 2000, dessen Managementplan 2016 verabschiedet wurde. Das offizielle Datenblatt nennt 403,9 Hektar im Gemeindegebiet von San Bartolomé de Tirajana. Seit Ende 2018 arbeitet das Projekt Masdunas von Cabildo und Gemeinde daran, den Sandverlust ins Meer zu bremsen, den die Tourismus-Website der Insel auf rund 45.000 Kubikmeter pro Jahr beziffert.
Was du sehen wirst
Drei Landschaften in einer. Am Ufer liegen die jungen Primärdünen, die der Wind aufbaut und wieder abträgt; nur Strand-Wolfsmilch und Zypergras krallen sich hier in den Sand. Landeinwärts folgen die grauen Dünen, die der Balancón-Strauch mit Zweigen und Wurzeln festhält: Er ist die Schlüsselpflanze des Systems und wird deshalb neu angepflanzt. Im äußersten Südwesten liegt die Charca de Maspalomas, eine Lagune von etwa 4,3 Hektar und durchschnittlich anderthalb Metern Tiefe, deren Wasser je nach Jahreszeit zwischen süß und hypersalin wechselt, umgeben von Tamarisken und Palmen und mit einem Vogelbeobachtungsstand am Westufer. Reiher, Seidenreiher, Strandläufer und Blässhühner sind regelmäßig zu sehen; mit Glück auch ein Fischadler.
Beste Zeit
Bei Sonnenaufgang und in der letzten Stunde vor Sonnenuntergang zeichnet der Sand lange Schatten, und die Temperaturen sind angenehm; selbst das Faltblatt des Cabildo rät, die Mittagsstunden zu meiden, denn die Wege sind kurz, auf losem Sand aber anstrengend. Zum Sonnenuntergang ist am meisten los: Wenn du Ruhe suchst, steh früh auf. Nimm Wasser, eine Kappe und Schuhe mit, die nicht vom Fuß rutschen: Der Sand brennt.
Die Wege
Das offizielle Netz umfasst drei markierte Routen, alle mit wenig Höhenunterschied. Weg 1 (2,3 km) verbindet den Parque Reserva Tony Gallardo über die befestigten Dünen mit dem Mirador de las Dunas. Weg 2 (1,7 km) durchquert zwischen Tamarisken Dünen in verschiedenen Entwicklungsstadien. Weg 3 (2,3 km in der Variante 3A) beginnt am Mirador de las Dunas und geht hinunter zur Charca und zum Vogelbeobachtungsstand; der Abzweig 3B (1,5 km) umrundet die Zone mit der höchsten Schutzstufe und kehrt zum Parque Tony Gallardo zurück. Die beiden Zugänge zum Strand liegen an den Enden: an der Charca auf der Seite des Leuchtturms und in Playa del Inglés.
Tipps
- Geh nur auf den markierten Wegen und am Ufer entlang: Wer sie verlässt, fördert die Erosion des Dünenfelds, und das ist verboten.
- Deinen Müll nimmst du wieder mit; eine Dose oder Flasche wird für Schwarzkäfer und kleine Eidechsen zur tödlichen Falle.
- Keine Windschutzwälle und keine Häufchen aus Steinen oder Stöcken: Sie verändern die Landschaft und zerstören die fossilen Sandbänke.
- Mach deine Fotos vom Ufer oder vom Aussichtspunkt aus: Deine Fußspuren gehören nicht zur Landschaft.
- Haustiere dürfen nicht ins Reservat, und verwilderte Katzen werden nicht gefüttert.



